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Pastoralraum Muri AG und Umgebung
Minitag 21 4

Jugendarbeit

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Jugendarbeit

„Die Kirche ist jung und sie lebt“, so hat es Papst Benedikt XVI am Weltjugendtag 2005 in Köln formuliert. Die Kirche ist jung, weil auch Kinder und Jugendliche einen Platz in unserer Kirche haben. Sie sind die Zukunft unserer Pfarreien im Pastoralraum. Wir wollen uns deshalb bemühen, den Glauben zeitgemäss und lebendig an die junge Generation weiterzugeben. Wir laden alle Jugendlichen ein, die Einladung anzunehmen und mitzubauen an einer Kirche, die jung und lebendig ist.

 

Jugendarbeiter

Seit Oktober 2021 ist David Baskarad, Jugendarbeiter in Ausbildung, im Pastoralraum Muri AG und Umgebung beschäftigt. Er wird unterstützt von Pfarreiseelsorger Stefan Heinzmann.

Abwechslungsreicher Minitag 2021 - "Bärenstark" in Spürsinn und Kreativität

Unter dem Motto «Bärenstark» haben sich am vergangenen Sonntag, 12. September, in Muri rund 110 Ministrantinnen und Ministranten aus den Pfarreien Muri, Beinwil (Freiamt), Boswil-Kallern, Bünzen, Merenschwand-Benzenschwil und Aristau des Pastoralraumes Muri und Umgebung zum Minitag 21 getroffen Aus den Pfarreien Lunkhofen und Jonen, die zum Pastoralraum Bremgarten-Reusstal gehören, nahmen ebenfalls Ministrantengruppen teil.

Eigentlich hätte am 12. September in St. Gallen für alle Ministrantengruppen der Deutschschweiz ein grosses, von der DAMP (Deutschschweizer Arbeitsstelle für Ministrantenpastoral) organisiertes Ministrantenfest stattfinden sollen. Aufgrund von Covid19 wurde dieser Grossanlass nun dezentral ausgeführt, nämlich als Minitag in den einzelnen Pfarreien. Rund 2700 Minis erlebten so in ihren Dörfern einen Tag voller spannender Aktivitäten.

Beten in verschiedenen Formen

In Muri organisierten die beiden Pfarreiseelsorgenden Nicole Macchia und Stefan Heinzmann den regionalen Minitag. Ein grosses Team von Oberministrantinnen und Oberministranten sowie Ministrantenpräsides aus den teilnehmenden Pfarreien unterstützten sie bei ihrer Planung.

Zur Einstimmung am Sonntagmorgen wandte sich Jugendbischof Alain de Raemy in einem auf Grossleinwand in der Pfarrkirche gezeigten Video an die Kinder und Jugendlichen. Wenn Menschen in einer Sache Engagement und Einsatz zeigten, sei auch dies eine Form des Gebets, stellte er fest. Und er betonte, angelehnt an das Tagesmotto: «Bärenstark sind Glaube, Liebe, Hoffnung.»

Der «Arbeitstag» begann für die Ministrantinnen und Ministranten kriminell. Was war passiert? Aus der Sakristei der Kathedrale St. Gallen ist plötzlich das Gallus-Gebetbuch verschwunden. Zweifellos ein tragischer Verlust und für die Aufklärung eine knifflige Sache. Aufgeteilt in fünf Gruppen versuchten die Minis nun, dem Täter oder der Täterin auf die Spur zu kommen. Jedes Gruppenmitglied erhielt eine Spielkarte mit dem Persönlichkeitsprofil und mit Aussagen einer Person, die in einer Beziehung zum Kloster steht. Da gerieten nicht nur die Minis selber, sondern sogar der Stiftsbibliothekar und der Organist als Räuber in Verdacht.

Nicht gestohlen, nur «geliehen»

Mit vernetztem Denken und geschickten Fragen schafften es die einzelnen Gruppen, der Lösung immer näher zu kommen. Am Schluss zeigte sich: Das Buch war gar nicht gestohlen worden, ein Ministrant bzw. eine Ministrantin hatte sich in einem unbeobachteten Augenblick das Gebetbuch «ausgeliehen», um für die Schule einen besonders detailreichen Vortrag über den heiligen Gallus schreiben zu können.

Der Krimi sollte also nicht nur den Spürsinn der Minis wecken, sondern ihnen auch den heiligen Gallus näherbringen. Gallus wurde vermutlich um 550 in Irland geboren, war ein Wandermönch und Missionar, der vor allem im Bodenseeraum wirkte und seit langem als Heiliger verehrt wird. Er gilt als Gründer des Klosters St. Gallen. Eine Legende erzählt, dass er auf seinem Weg dem Fluss Steinach entlang eines Nachts auf einen Bären traf. Er befahl dem Tier im Namen des Herrn, für sein Essen zu arbeiten und ein Stück Holz für das Feuer zu holen. Der Bär gehorchte, brachte das Holz, und Gallus gab dem Bären Brot, unter der Bedingung, dass er sich nie mehr blicken lasse. Aus dieser Legende abgeleitet, entstand das Motto «Bärenstark» für den diesjährigen Minitag.

Krimimaltechnisch wurden die Minis am Morgen also gefordert, so dass sie sich das Mittagessen mit Gehacktem oder Tomatensauce und Hörnli verdient hatten. Von den äusseren Bedingungen her war der Tag ideal, die Minis konnten das Essen auf der Treppe der Pfarrkirche oder auf der Grünfläche neben dem Matterhaus einnehmen.

Drei Herausforderungen angenommen

Nach dem Mittagessen warteten «Challenges» auf die Kinder und Jugendlichen. Aus den fünf Gruppen wurden nun deren drei, denn es waren drei Herausforderungen zu bewältigen. Dabei massen sie sich mit allen anderen teilnehmenden Ministrantenscharen aus der Deutschschweiz. Die Wettbewerbsergebnisse wurden mit Fotos und Videos noch am Sonntag online an die DAMP nach Luzern gesandt wo die Bewertungen vorgenommen wurden.

Die erste Gruppe fasste die Aufgabe, aus mehreren Zingula – Kordeln der Ministrantengewänder – ein Netz herzustellen, welches das Gewicht eines Minstrantenpräses tragen kann. Es zeigte sich rasch, dass die jungen Leute mit ihrer geistigen Regsamkeit dieses Problem in kürzester Zeit lösen konnten.

Die zweite Gruppe erhielt die Aufgabe, mit farbigen Strassenkreiden das Logo des Minitages auf den Vorplatz der Pfarrkirche zu malen. Auch hier wurde offensichtlich, dass die Minis über einen ausgesprochenen Sinn für Kreativität verfügen. Der Preis ging dann zwar an die Pfarrei Tuggen SZ, doch darf bemerkt werden, dass ein qualitativer Unterschied zur Murianer Leistung kaum feststellbar war.

Die dritte Gruppe schliesslich stand vor dem Problem, eine mit Jesuskind, Maria, Josef und den Hirten bestückte Weihnachtskrippe kreieren zu müssen, gemeinsam ein passendes Lied zu singen und die Inszenierung als Video herzustellen. Das Resultat fiel so überzeugend aus, dass man hätte glauben können, in Muri geschehe Weihnachten dieses Jahr schon im September.

Zuckerwatte und Kuchen

Logisch, dass die Minis nun ein Dessert verdient hatten. Der Zuckerwatteproduzent musste mit seiner Maschine alles geben, um die über hundert jungen Leute in nützlicher Frist zu bedienen. Wer sich das Warten in der Schlange trotzdem verkürzen wollte, holte sich am zweiten Stand zuerst ein Stück Kuchen.

Am Morgen waren die fünf Gruppen nach Farben mit entsprechend blauen, roten, gelben, grünen und orangen Ballonen eingeteilt worden. Gegen Ende des Tages rückten nun die Ballone ins Zentrum. In einem ersten Spiel mussten die Minis innerhalb ihrer Gruppen beweisen, dass sie geschickt genug sind, ihren schwebenden Ballon nicht zu Boden gleiten zu lassen. Passierte es doch, war man ausgeschieden. Zum Abschluss wurde schwereres Geschütz aufgefahren. Alle banden sich ihren Ballon an eines der beiden Beine. Jetzt war jeder der Gegner, jede die Gegnerin. Auf einem vorgegebenen Areal ging es darum, möglichst viele Ballone zu attackieren und platzen zu lassen, ohne dass es den eigenen traf. Irgendwann kam dann aber doch der Moment, da auch der letzte Ballon nur mehr als farbiger Fetzen liegen blieb und schliesslich eingesammelt wurde.

In der Pfarrkirche liess Stefan Heinzmann mit einigen aktuellen Bildern die vergangenen Stunden nochmals Revue passieren. Dass die Minis gemeinsam einen bärenstarken Tag erlebt hatten, davon konnten sich nun alle gemeinsam überzeugen.