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Pastoralraum Muri AG und Umgebung

lebendig – vielfältig - heilsam

Im Pastoralraum Muri AG und Umgebung legen die Pfarreien Boswil, Bünzen, Aristau, Merenschwand, Beinwil und Muri AG ihre Kräfte und ihre Sehnsüchte zusammen. Gemeinsam arbeiten wir an einer vielfältigen, lebendigen und heilsamen Kirche.
Mit wachen Ohren für die Zukunft und starken Wurzeln aus der Tradition, stellen wir uns aus ganzem Herzen den Herausforderungen der Zeit.

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns unterwegs sind.

Ihr Diakon Karl Scholz, Pastoralraumleiter

Editorial

Aufgefahren

Ich weiss noch, wie ich als Kind dachte, Auffahrt sei der Tag, an dem Jesus in den Himmel fliegt. Irgendwie mit Flügeln. Oder zumindest schwebend, langsam, wie ein Ballon, dem man die Hand loslässt. Wir stehen unten und schauen zu. Und dann ist er weg. Dieses Bild hat sich hartnäckig gehalten, auch wenn ich längst weiss, dass es so nicht gemeint ist. Aber darin steckt doch etwas Wahres – nur umgekehrt. Auffahrt ist weniger ein Wegfliegen als ein Ankommen. Jesus verlässt uns nicht. Er kommt endlich ganz an. In allem, was ist.

Die Bibel sagt, er sitzt nun «zur Rechten des Vaters». Das klingt wie eine Beförderung, eine Machtposition. Aber im hebräischen, im aramäischen Denken ist «zur Rechten sitzen» etwas anderes: Es ist der Ehrenplatz, der Platz des Vertrauten, des Geliebten. Der Platz, der sagt: Du gehörst dazu. Du bist angekommen. Und seltsamerweise beginnt genau da, wo Jesus «weggeht», sein Dasein erst richtig. Die Jüngerinnen und Jünger gehen nicht traurig nach Hause. Lukas schreibt, sie kehrten «mit grosser Freude» zurück nach Jerusalem. Das erstaunt mich jedes Mal neu. Wer verloren hat, wer alleingelassen wird, geht nicht mit grosser Freude nach Hause. Es sei denn, mit dem Weggehen ist kein Verlust, sondern ein Gewinn verbunden. Auffahrt ist das Fest des Vertrauens. Das Fest jener heilsamen Stille, die entsteht, wenn man aufhört, jemanden festzuhalten.

Ich denke an unseren Garten. Meine Frau setzt Pflanzen mit einer Sorgfalt, die mich immer wieder berührt. Sie weiss genau, wann eine Pflanze Raum braucht, wann man zurücktreten muss, damit etwas wachsen kann. Zu früh eingegriffen, zu viel gegossen, zu ängstlich beobachtet – und die Pflanze bleibt klein. Es braucht manchmal dieses Seinlassen, damit sich das Leben in ihr entfalten kann.

So lässt sich Auffahrt lesen: als Raum. Als das grosszügige Zurücktreten Gottes, das uns Luft gibt. Das uns nicht an einer frommen Gestalt aus der Vergangenheit festhält, sondern uns freisetzt für das, was kommen will - und, das uns in die Verantwortung nimmt.

Manchmal denke ich, das sei das Schwierigste überhaupt – dieses Freisein aushalten. Wir sind geübt darin, etwas festzuhalten. Eine Gewohnheit, ein Bild, eine Vorstellung davon, wie Gott zu sein hat. Und dann kommt Auffahrt und sagt: Lass es offen. Bleib im Aufbruch. Das Unsichtbare ist darum nicht weniger wirklich. Aber verstehe: jetzt kommt es auf Deine Schritte an.

Die Jüngerinnen und Jünger kehrten nach Jerusalem zurück. In die Stadt, in die Gemeinschaft, in den Alltag. Mit grosser Freude. Nicht weil alles gut war. Sondern weil sie wussten: Es bleibt etwas. Es bleibt jemand. Es bleibt die Gegenwart Gottes in allem, was wir sind.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Auffahrtsfest. Und wenn Sie irgendwo in diesen Tagen in den Himmel schauen – dann nicht um jemanden davonfliegen zu sehen. Viel eher um zu spüren, wie weit er ist. Wie offen. Wie still. Wie nah.

Diakon Karl Scholz, Pastoralraumleiter

Nächste Gottesdienste
Datum Uhrzeit Ort Titel
Do., 14. Mai 2026 09:00 Uhr Muri Eucharistiefeier (J. Dsouza)
Do., 14. Mai 2026 09:30 Uhr Boswil, Kapelle Oberniesenberg Gottesdienst zu Auffahrt Bei gutem…
Do., 14. Mai 2026 10:30 Uhr Bünzen Eucharistiefeier (B. Scaria) Kollek…
Do., 14. Mai 2026 10:30 Uhr Muri, pflegimuri, Dachsaal Katholischer Gottesdienst
Do., 14. Mai 2026 11:00 Uhr Beinwil (Freiamt) Bittgang der Pfarrei Sins Wortgotte…
Do., 14. Mai 2026 19:00 Uhr Boswil, Lourdesgrotte Rosenkranz/Maiandacht Bei schlechte…