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Pastoralraum Muri AG und Umgebung

Editorial

Bin ich auf dem richtigen Weg?

Als der Prediger Johann Geiler von Kaysersberg den erst seit kurzem in der Einsiedelei lebenden Bruder Klaus besuchte, fragte er diesen: «Lieber Nikolaus, ihr führt ein strenges Leben (strenger als ein Kartäuser und irgendein Geistlicher), fürchtet ihr nicht, dass ihr euch täuscht oder irrt?» Die Antwort von Bruder Klaus ist wunderbar einfach, aber heute nicht leicht verständlich: «Wenn ich Demut und den Glauben habe, kann ich nicht fehl gehen.» (Durrer 49)

Nun könnten wir sagen: Naja, den Glauben hab’ ich ja, darum habe ich ja die Zweifel, ob es denn wirklich stimmt, weil ich eben «nur» glaube. «Glauben ist nicht Wissen» lautet ein oft zu hörender Satz. Und Demut? Soll ich mich also zusammenkauern und mich selbst «demütigen»?

Zunächst: Einen Gegensatz zu sehen zwischen «Glauben» und «Wissen» ist eine eher moderne Idee. Bruder Klaus wäre ein solcher Gedanke völlig fremd gewesen. Wenn für uns heute Formulierungen wie «ich glaube», «ich vermute», «ich meine» ungefähr das gleiche bedeuten, dann ist das einer neueren sprachlichen Verschiebung geschuldet.

«Ich glaube» bedeutet in der biblischen Sprache weder eine Vermutung, noch eine Meinung, sondern «ein zuversichtliches Vertrauen auf das, was man hofft, ein festes Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.» (Hebr 11,1) Man könnte auch Übersetzen: Glaube ist «eine Wirklichkeit dessen, was man hofft» und «ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht». Dieses «Glauben» meint Bruder Klaus: Die Antwort des Menschen auf die Wirklichkeit und Tatsache von Gottes Offenbarung, nämlich mit Zuversicht, Vertrauen, Überzeugtsein. Gott schenkt dieses Vertrauen, aber jeder von uns muss sich dazu entscheiden, es zu tun!

Was uns zu dem Wort «Demut» bringt. Demut meint nicht «sich zusammenkauern», sondern ein «Stehen in der Wahrheit», eine Bejahung der Wirklichkeit, wobei damit zunächst die Wirklichkeit gemeint ist, dass Gott uns gegenüber unendlich erhaben ist; mit einem alten Wort: Gottesfurcht. Mit dem demütigen Stehen(!) in dieser Wahrheit ist aber keine «Demütigung» verbunden, sondern im Gegenteil: «Der Lohn der Demut (und) der Gottesfurcht ist Reichtum, Ehre und Leben.» (Spr 22,4) Im Bezug auf die Menschen meint Demut, dass «einer den anderen höher achtet als sich selbst» (Phil 2,3), und dies ist Christenpflicht (vgl. 1Petr 5,5). Um Demut können und sollen wir uns bemühen – uns dazu entscheiden!

Die Antwort von Bruder Klaus auf die Frage, was, wenn er sich irrt, für heute übersetzt, könnte dann etwa so lauten: «Wenn ich Gott und meine Mitmenschen höher schätze als mich selbst, und wenn ich das feste Vertrauen auf die Wirklichkeit Gottes habe, kann ich nicht fehl gehen.» Bruder Klaus hat sich genau dafür entschieden.

Das wünsche ich mir, das wünsche ich jedem von uns, dass wir Gott und unsere Mitmenschen so einschätzen, wie Bruder Klaus es getan hat – in Glaube und Demut –, denn dann gehen wir sicher nicht in die Irre.

Ihr und euer
Andreas Bierman
Pfarreiseelsorger


Einblicke in die Zukunft des Pastoralraumes

In den letzten Monaten wurden viele Themen abgeschlossen und gleichzeitig auch angestossen, damit der neue Weg auch beschritten werden kann.
Julius Dsouza nimmt nun seine Rolle als Leitender Priester und damit die Position Leitung ad interim an. Im kommenden Jahr wird sich der Pastoralraum Muri AG und Umgebung
fokussiert dem Blick in die Zukunft widmen.

Pastoralteam

Bewusst wurde aus dem Seelsorgeteam ein Pastoralteam aufgebaut. Denn es ist das Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Bereiche notwendig, damit eine gemeinsame Struktur
wachsen kann. Auch wenn sich Teile der Gruppe gesondert zusammensetzen, um die eigenen Schwerpunkte wie z.B. Seelsorge oder Katechese sinnvoll weiterzuentwickeln, so ist
das Pastoralteam dazu gedacht, alles wieder miteinander zu bündeln, um eine wertvolle Arbeit leisten zu können.
So ist auch der Grundgedanke entstanden, die sechs Pfarreien in Verantwortungsbereiche aufzuteilen. Hierzu wurden den sechs Pfarreien jeweils Julius Dzousa oder Jessica Zemp
zugeordnet und bilden zusammen mit einem weiteren Mitglied des Pastoralteams ein Tandem, welches sich vor Ort bei den Pfarreien mit den Bedürfnissen auseinandersetzt.

Verantwortungsaufteilung in den Pfarreien

Pfarrei Beinwil:
Jessica Zemp und Steven Lardelli

Pfarrei Aristau:
Julius Dsouza und Irena Bobas

Pfarrei Merenschwand:
Julius Dsouza und Andreas Biermann

Pfarrei Boswil:
Jessica Zemp und Biju Scaria

Pfarrei Bünzen:
Jessica Zemp und Barbara Rey

Pfarrei Muri:
Julius Dsouza unter Einbezug des Pastoralteams je nach Themenschwerpunkt.

Nächste Gottesdienste
Datum Uhrzeit Ort Titel
Mo., 21. September 2026 17:00 Uhr Beinwil (Freiamt) Rosenkranz
Mo., 21. September 2026 17:30 Uhr Merenschwand Rosenkranz
Di., 22. September 2026 08:30 Uhr Muri, Klosterkirche Eucharistiefeier (B. Scaria)
Di., 22. September 2026 10:00 Uhr Boswil, Solino Reformierter Gottesdienst (B. Jose…
Di., 22. September 2026 17:00 Uhr Beinwil (Freiamt) Rosenkranz
Di., 22. September 2026 19:00 Uhr Muri, Kapelle Buttwil Wortgottesdienst mit Kommunionfeier…