Glauben hört nie auf zu wachsen
Seit diesem Sommer darf ich im Pastoralraum Muri die Verantwortung für den Bereich Erwachsenenbildung und Erwachsenenkatechese übernehmen. Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe und möchte mich mit viel Engagement, Offenheit und Freude dafür einsetzen.
Katechese wird häufig zuerst mit Kindern, Religionsunterricht oder der Vorbereitung auf die Erstkommunion und Firmung verbunden. Doch der christliche Glaube ist kein Thema, das mit dem Ende der Schulzeit abgeschlossen ist. Unser Leben verändert sich ständig: Wir erleben glückliche Zeiten, müssen Entscheidungen treffen, tragen Verantwortung, erfahren Krisen, Abschiede und Neuanfänge. Damit verändern sich auch unsere Fragen an das Leben und an den Glauben.
Erwachsenenkatechese möchte Räume schaffen, in denen solche Fragen Platz haben: Was trägt mich in meinem Alltag? Wo entdecke ich Gott in meinem Leben? Wie können biblische Geschichten heute verstanden werden? Was bedeutet es, Christin oder Christ zu sein? Und welche Hoffnung kann der Glaube in einer Welt schenken, die oft von Unsicherheit, Konflikten und schnellen Veränderungen geprägt ist?
Dabei geht es nicht in erster Linie um fertige Antworten oder darum, möglichst viel Wissen zu vermitteln. Erwachsenenbildung in der Kirche bedeutet miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen, Neues zu entdecken und auch Zweifel und kritische Fragen ernst zu nehmen. Glauben darf wachsen, sich verändern und immer wieder neu entdeckt werden.
Die Angebote können deshalb ganz unterschiedlich aussehen: Gesprächsabende zu Glaubens- und Lebensthemen, Vorträge, Bibelgespräche, spirituelle Impulse, kreative Zugänge, Begegnungen mit anderen Religionen oder gemeinsame Ausflüge. Wichtig ist mir, dass die Veranstaltungen verständlich, lebensnah und offen gestaltet sind. Sie sollen sowohl Menschen ansprechen, die sich in der Kirche zu Hause fühlen, als auch jene, die vorsichtig, neugierig oder vielleicht mit einer gewissen Distanz nach neuen Zugängen suchen.
In den kommenden Monaten möchte ich zunächst bestehende Angebote kennenlernen, mit den Menschen in unseren Pfarreien ins Gespräch kommen und hören, welche Themen und Formen sie interessieren. Daraus sollen Schritt für Schritt neue Ideen und Begegnungsmöglichkeiten entstehen.
Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe und auf viele bereichernde Gespräche. Denn Glauben lebt dort, wo Menschen miteinander unterwegs sind, Fragen teilen, einander zuhören und gemeinsam nach Antworten suchen.
Steven Lardelli, Religionspädagoge RPI
Verantwortlicher für Erwachsenenbildung und Erwachsenenkatechese