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Pastoralraum Muri AG und Umgebung
News Pastoralraum
Horizonte, 15. Mai 2020

Corona und die Unterscheidung der Geister

Corona und die Unterscheidung der Geister

Letzthin las ich auf Facebook den Spruch: „EILMELDUNG: Erstmals mehr Corona-Experten als Infizierte!“ Dieser Spruch hat was. Zum Thema gibt es Meinungen noch und noch, oftmals lautstark kundgetan. Alle gesellschaftlichen Player reden mit. Es wimmelt von sich widersprechenden Analysen und Szenarien. Welche Schritte, Entscheidungen und Massnahmen sind angemessen, welche nicht? Was ist – gerade auch aus christlicher Sicht – zu verantworten und was nicht? Was ist in alledem meine Rolle? Wo bin ich gefordert?

Inmitten dieser vielen Stimmen ist es nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Da ist es wichtig, für mich selber gut zu prüfen, auf welche Stimmen ich hören möchte. Welche machen für mich Sinn? Und welche nicht? In der christlichen Tradition nennt man dies „Unterscheidung der Geister“. Es geht darum, heraus zu spüren, „aus welchem Geist heraus“ gewisse Meinungen formuliert werden. Im besten Sinne aus einem «Geist» der Liebe, des Respekts, der gegenseitigen Sorge füreinander.

Die folgende Pfingstsequenz hilft mir, die Geister zu unterscheiden, im Vertrauen darauf, dass da einer ist, der – allen Wirren zum Trotz – alles führt und fügt.

Komm herab, o Heilger Geist,

der die finstre Nacht zerreißt,

strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,

komm, der gute Gaben gibt,

komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,

Gast, der Herz und Sinn erfreut,

köstlich Labsal in der Not.

In der Unrast schenkst du Ruh,

hauchst in Hitze Kühlung zu,

spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,

fülle Herz und Angesicht,

dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig Wehn

kann im Menschen nichts bestehn,

kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,

Dürrem gieße Leben ein,

heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart,

löse, was in sich erstarrt,

lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,

das auf deine Hilfe baut,

deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn,

deines Heils Vollendung sehn

und der Freuden Ewigkeit.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Pfingstfest!

Stefan Heinzmann, Pfarreiseelsorger


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