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Pastoralraum Muri AG und Umgebung
News Pastoralraum
Horizonte, 07. Februar 2019

Auferstehung in grosse Träume

Auferstehung in grosse Träume

Kürzlich fiel mir beim Aufräumen ein Text in die Hände, den ich vor vielen Jahren ablegt hatte, weil er mir damals gefiel. Als ich ihn wieder neu durchlas musste ich feststellen, dass er nichts an Dringlichkeit und an Aktualität verloren hat.

«Der Service, den die Kirche unserer Gesellschaft anbietet, hat auch seinen Wert. Ich will ihn nicht herunterreden. Doch die einzige Lust der Kirche sollte sein, der Ort in der Welt zu werden, der die Menschen wieder zu ihren wahren Träumen ermuntert, zu Kirchenträumen, und der den Funken birgt, der überspringt und den Eintritt des Wunders immer von neuem bewirkt.» Norbert Lohfink

Diese Aussage eines der bekanntesten Bibelwissenschaftler unserer Zeit, der im vergangenen Juli sein 90. Lebensjahr vollendete und bis zu seiner Emeritierung Exegese des alten Testamentes lehrte, bringt die Situation der Kirche – heute - auf den Punkt. Wie sehr ist der Kirche doch die Ausstrahlung verloren gegangen. Wie sehr ist sie mit sich selbst beschäftigt. Wie viel wird geplant, organisiert, strukturiert, koordiniert und überlegt wie dies und das wäre. Und doch ist das alles zu wenig, wenn dabei das übergeordnete Ziel und der Fokus allen Tuns abhanden kommt: zu ermöglichen, dass hie und da, in dieser oder jener Form, plötzlich wieder lebendige Gemeinschaft entsteht, die es sich nicht bieten lässt, dem Diktat des Laufs der Dinge zu folgen, sondern vom Traum der Prophetinnen und Propheten berührt ist und, sei es auch noch so im Kleinen, anfängt, neu zu denken und zu handeln.

Michèle Adam Schwartz, Dr. theol.


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