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Pastoralraum Muri AG und Umgebung
News Pastoralraum
Horizonte, 24. Juli 2018

Gedanken zu Maria Himmelfahrt

Gedanken zu Maria Himmelfahrt

Haben Sie gewusst, dass das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. August gleichzeitig eines der zwei einzigen Dogmen ist, die die katholische Kirche seit der Unfehlbarkeitserklärung des Papsttums beim 1. Vatikanischen Konzil, kennt? Bislang zweimal haben Päpste einen Lehrsatz ausdrücklich als wahr und unverrückbaren Bestandteil des Glaubens verkündet: Papst Pius IX. im Jahre 1854 das Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariens und Papst Pius XII. im Jahre 1950 die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel.

Das Fest selber ist ein Fest unserer eigenen Hoffnung. Wir feiern in Maria eine von uns, die schon am Ziel angekommen ist, ganz als Person in den Himmel aufgenommen worden ist. Das Fest selber lässt sich nicht biblisch belegen, kennt aber eine lange Tradition, deren Wurzeln bis ins 5. Jh. zurückreichen.Der Schweizer Psychoanalytiker Carl Gustav Jung nennt das Fest sogar „das wichtigste religiöse Ereignis seit der Reformation“. Er meint, das Dogma müsse psychologisch interpretiert werden und nicht historisch-systematisch. Es bringe nämlich die in der Tiefe des kollektiven Unbewussten liegenden Bilder und Ahnungen vom Geheimnis der Menschwerdung zum Ausdruck. Wir kommen, indem wir das Fest feiern, unserem Menschsein, unserem Ganzsein, so wie Gott uns geschaffen hat, ein Stück näher.Die Kirchenväter betonen dagegen die Durchdringung und Umgebung des ganzen Leibes mit dem Licht Christi. Wie Maria im Tod eintaucht ins Licht der Sonne Christus, so wird der Kirche und mit ihr allen Gläubigen die Verheissung zugesagt, am Ende des Lebens mit Leib und Seele aufgenommen zu werden. Leib meint dabei alle Erfahrungen und Erlebnisse, die wir auf Erden machen. Sie werden nicht einfach vergangen sein, sondern hineingehoben in die Ewigkeit. Im Leib werden wir aber auch für die anderen sichtbar, erkennbar, durchschaubar. Wir können uns und anderen nichts vormachen. Andere können am Leib ablesen, wie es uns geht, ob wir verärgert und enttäuscht sind, zerrissen und unzufrieden oder froh, unbeschwert und freundlich. Die Würde des Leibes als Spiegel der Herrlichkeit Gottes soll immer mehr an Platz gewinnen, um einmal in der Vollendung bei Gott, an seinem Ziel, anzukommen.Dr. theol. Michèle Adam, Pastoralassistentin


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