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Pastoralraum Muri AG und Umgebung
News Pastoralraum
06. Januar 2021

Gebetswoche für die Einheit der Christen

«Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen» (Joh 15, 8-9)

So lautet das Motto der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen, die vom 18. - 25. Januar stattfinden wird. Bereits seit dem Jahr 1966 wird sie vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und von der Kommission Glaube und Kirchenverfassung vom Ökumenischen Rat der Kirchen vorbereitet. Aber ihre Ursprünge gehen bereits auf das Jahr 1910 zurück. Und jedes Jahr wird diese Gebetswoche von Menschen aus den verschiedensten Regionen unserer Welt vorbereitet. In diesem Jahr ist es die Gemeinschaft von Grandchamp im Kanton Neuenburg. In den 1930er Jahren haben sich dort Frauen aus der reformierten Kirche zusammengeschlossen und sich gemeinsam auf den Weg gemacht. Dabei war der Wunsch nach der Einheit der Christen immer auch eine Antriebsfeder. Nun ist Grandchamp eine klösterliche Gemeinschaft von Frauen, die aus verschiedenen Ländern und Kirchen stammen. Sie folgen dabei der Regel von Taizé, deren Herz die Versöhnung ist. Ein Haus, das ganzjährig offensteht.

Somit zeigt sich eine lange Sehnsucht von Menschen, um Trennendes zu überwinden und das Gemeinsame zu betonen. Aber das hat nichts mit Gleichmacherei oder einem Einheitsbrei zu tun. Es geht vielmehr dabei um „die Vielfalt in der Einheit“ und „der Einheit in der Vielfalt“. So hat es schon der Theologe und Philosoph Nikolaus von Kues ausgedrückt, der an der Schwelle zur Neuzeit stand. Um bei seinem Wortspiel zu bleiben: Wir wollen eben nicht einfältig sein und uns ins Schneckenhaus zurückziehen. Es geht um den Reichtum unserer Traditionen. Einen Schatz, den wir immer wieder heben können. Aber es gehört auch dazu, dass wir offen und selbstkritisch an unseren Glauben herangehen. So manches in der Kirchengeschichte – vergangen und auch jetzt – fordert uns dabei heraus. Wo verliert er sich? Wo wird er zur Floskel? Wo verliert er seine Spannung und Aussagekraft? Wo kreist er nur um sich selbst, anstelle das Du, das Gegenüber zu suchen. Ein gelebter Glaube, der unserem Gott immer wieder eine Stimme und ein Gesicht gibt. Ein Glaube, der verbindet und niemanden ausschliesst. Ein Glaube, der jedem seinen Wert und seine Würde lässt.</paragraphBlockCentered><paragraphBlockCentered>Dies findet sich auch eindrücklich in den Worten des Paulus an die Epheser, mit denen er sie zur Einheit aufruft: „… bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist“ (Eph 4, 3-6).

Aber diesem Aufruf des Paulus liegt eben auch das Motto der diesjährigen Gebetswoche zugrunde: „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen.“ Mit ihm verbunden unterwegs sein und bleiben. Den Halt spüren, den er uns gibt und schenkt. Und mit ihm verbunden auch einander immer wieder den nötigen und notwendigen Halt geben.

Stephan Stadler, Pastoralraumpfarrer


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