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Pastoralraum Muri AG und Umgebung
News Pastoralraum
Horizonte, 30. Oktober 2019

Für die Glaubensstärkung im Alltag

Für die Glaubensstärkung im Alltag

Am 11. November gedenken wir des heiligen Martin von Tours. In vielen europäischen Ländern ziehen die Kinder mit Laternen durch die Straßen. Sie folgen einem Reiter auf weißem Pferd, der den heiligen Martin darstellt. In ihren Liedern klingt die Barmherzigkeit dieses großen Heiligen auf, der einst seinen Mantel teilte, um die Blöße eines Bettlers zu bedecken. Die Kinder rufen vor den Häusern „Hier wohnt ein reicher Mann, der uns was geben kann.“ Meistens erhalten die Kinder Obst und Gebäck und die schönsten selbstgebastelten Laternen werden mit Preisen belohnt. Dieser alte Brauch gedenkt des Patrons der Bettler und Geächteten.

Der heilige Martin ist einer der beliebtesten Heiligen Europas, wird als Beschützer aller Bedrängten und Schrecken aller Gewalttätigen bezeichnet. Er wird seit dem 5. Jahrhundert verehrt. Nach seiner Begegnung mit dem Bettler, der Christus gewesen sein soll, entschied er sich, als Soldat kein Blut mehr zu vergießen. Kurz vor der Schlacht bei Worms, Deutschland, erklärte er: „Ich bin ein Soldat für Christus. Ich kann nicht kämpfen.“ Er wählte Frieden statt Krieg. Er widersetzte sich seinen römischen militärischen Vorgesetzten unter der Gefahr seines eigenen Lebens. Er verkörperte die christliche Opposition gegen Gewalt. Er kämpfte gegen die Herrscher, gegen die Mächte der Finsternis, gegen die Mächte des Bösen. Er legte sein Schwert nieder und nahm das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, in die Hand. Aber Jesus, der ihm in der Gestalt eines Bettlers begegnete, war noch nicht fertig mit dem heiligen Martin. Die Vision Christi trieb ihn zu etwas Sicherem und Bestimmtem. Er suchte und empfing die heilige Taufe. Und in diesem Akt des Mitgefühls wurden die Rollen vertauscht. Nicht er war es, der dem verborgenen Christus ein Gewand gab, um ihn vor der Kälte zu schützen, sondern der im Wasser und Wort verborgene Christus, der ihn mit seinem eigenen Gewand der Gerechtigkeit bekleidete. Christus teilte sein Gewand nicht, sondern gab es ganz an Martin. Denn er hatte seine königliche Herrlichkeit beiseitegelegt, um die Gestalt eines armen Bettlers anzunehmen. Wir glauben, dass er sein königliches Gewand beiseitelegte, nackt ausgezogen und an einen Baum genagelt wurde. Er hielt nichts für sich zurück, sondern gab sein Leben für uns Menschen. Er wählte nicht den Weg des glorreichen Kampfes, sondern die scheinbare Niederlage. Das ist es, was er dem heiligen Martin und uns allen gegeben hat: Leben in Fülle. Der heilige Martin schätzte in seinem Leben das Geheimnis der Menschwerdung Christi. Darum wurde er Bischof für die Verkündigung des Wort Gottes.

Kaplan Julius Dsouza, Beinwil Freiamt


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