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Pastoralraum Muri AG und Umgebung
News Pastoralraum
Horizonte, 06. Februar 2020

Fasnacht: Frohsein teilen

Fasnacht: Frohsein teilen

Worin liegt eigentlich die Faszination der Fasnacht? Ich kann mir vorstellen, dass es womöglich der Gedanke ist, für einmal das zu machen, worauf Menschen gerade Lust haben, die Zwänge des Alltags zu vergessen und sich über diese Freiheit zu freuen. Das ist ein Stück Lebensqualität.

Ich freue mich immer über die vielen bunten Farben, die eigenwilligen Kreationen und Ausdrucksweisen und das bunte Treiben in den Strassen oder auf den Plätzen. Jedes Jahr staune ich, wie viel Kreativität, Engagement, Energie und Zeit Jung und Alt in den Fasnachtstagen freisetzen. Es scheint sogar, als ob es für eingefleischte „Fasnächtler“ nur eine kurze fasnachtsfreie Zeit im Jahr gäbe. Ich denke an die vielen Wagenbauer, die gemeinsam, über Monate, in friedlicher und kameradschaftlicher Stimmung ihre Sujets umsetzen und dabei viel Freizeit hergeben, um gemeinsam ihr Ziel zu erreichen. Es kommen Menschen miteinander ins Gespräch, begegnen sich auf Augenhöhe und Fröhlichkeit und ein wohlwollender Umgang prägen die Atmosphäre, im guten Sinne dieser Tage.

Ist aber nicht vieles von dem, was Menschen in dieser Zeit erwarten, nicht ein zutiefst christliches Grundanliegen? Wurde Gott nicht gerade deshalb Mensch, um uns von den Zwängen des Alltags in die wahre Freiheit zu führen? Hat nicht Jesus selber einengende Gesellschaftsstrukturen durchbrochen, um jenen Menschen, die nichts zu lachen hatten, neue Würde und Freiheit zu schenken? Müssten wir als Christinnen und Christen und als Kirche uns nicht fragen, was denn eigentlich aus der Frohbotschaft Christi wurde? Warum vermag die Frohbotschaft immer weniger Menschen zu erreichen, froh zu machen und zur inneren Freiheit zu führen?

Es mag viele Gründe geben. Aber eines ist sicher: wenn wir uns von Herzen auf diese Botschaft einlassen, entwickeln wir uns zu frohen, gelassenen und nachsichtigen Menschen. Ein Satz von Christian Morgenstern kann uns in diesen Tagen begleiten: „Lachen und ein Lächeln sind Tor und Pforte, durch die Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.“

Michèle Adam, Dr. theol.


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