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Pastoralraum Muri AG und Umgebung
News Pastoralraum
News Vom 07. September 2021

Damals, im Mai 1940

Viel haben mir meine Grosseltern aus dieser Zeit erzählt. Sie erinnerten sich, als wäre es gestern gewesen. Am 10. Mai 1940 der deutsche Angriff auf die Benelux-Staaten und Frankreich. Am 11. Mai die Generalmobilmachung in der Schweiz. Am 12. Mai die Verlautbarung Goebbels, innert 48 Stunden werde es keine neutralen Staaten mehr geben in Europa. Entsprechend gross die Angst in der Schweiz, bei den Familien meiner Grosseltern. Prägend die Erinnerungen an die verdunkelten Fenster, den Sirenenalarm, das dumpfe Brummen der alliierten Bomber, die über die Schweiz flogen. Nebst aller Angst jedoch auch die Hoffnung, ja Gewissheit: Gott wird die Schweiz beschützen. Und zwar durch Bruder Klaus. Bis heute ist für meine Grosseltern klar, dass der Mann aus dem Ranft die Schweiz im 2. Weltkrieg beschützt hat. Dazu beigetragen hat ein Ereignis, das sich am 13. Mai 1940 in Waldenburg BL zugetragen hat. Mehrere Zeitzeugen berichteten, sie hätten eine hellleuchtende Hand am Himmel gesehen und dachten dabei an die schützende Hand des Landespatrons Bruder Klaus. Im Oktober 2020 erzählte mir meine Grossmutter erstmals, auch ihre Mutter habe die Hand gesehen und hernach allen im Dorf verkündet: «Ier müend kei Angscht ha, hebed kei Angscht.» – Für mich ist weniger entscheidend, was sich da genau zugetragen hat. Entscheidend ist für mich die Tatsache, dass dies vielen Menschen in der Schweiz Hoffnung gab. Auf die Fürsprache des Heiligen Bruder Klaus mögen sich im Leben von uns allen immer wieder grössere und kleinere Zeichen und Wunder ereignen, die unsere Hoffnung stärken und uns die Angst nehmen.

Stefan Heinzmann, Pfarreiseelsorger


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